Wenn es um Geschichte geht, dann dürfte Lettland wohl zu den interessantesten Ländern gehören. Lettland liegt im Norden Europas und zählt zum Baltikum. Die Geschichte Lettlands begann bereits im Jahre 11.000 v. Chr. Daraus kann man erahnen, dass dieses Land Geschichtsinteressierten ein großes Betätigungsfeld zu bieten hat.
Die Ursprünge der menschlichen Besiedlung in Lettland
Zu Zeiten der großen Völkerwanderung waren es die Balten, die Lettland als Erstes besiedelten. Eine Vielzahl verschiedener Stämme ließ sich auf dem heutigen Staatsgebiet nieder. Das besiedelte Gebiet war in kleine Fürstentümer aufgeteilt. Einen weiteren Meilenstein erlebte die Geschichte Lettlands 1237. Die immer noch bestehenden Fürstentümer wurden vom deutschen Ordensstaat zerschlagen. Im Zuge dessen wanderten zahlreiche Deutsche nach Lettland ein. Das war die erste Epoche, in welcher die Deutschen einen wesentlichen Einfluss auf die Geschichte des Landes nahmen. Die damalige Besiedlung brachte Lettland den wirtschaftlichen Aufschwung. Die Hauptstadt Riga wurde zur wichtigen Hansestadt und Sitz der Erzbischöfe. Bis hinein in das 15. Jahrhundert führten die Deutschen die Herrschaft in Lettland. Im 16. Jahrhundert wurde Lettland immer mehr in die Befehlsgewalt der Schweden gebracht. Im 17. Jahrhundert dagegen waren es die Polen, die eine große Macht ausübten. Im 18. Jahrhundert fand die Angliederung mehrerer Regionen an Russland statt.
Die jüngste Geschichte Lettlands war geprägt von Machtwechseln und Krieg
Das erste Streben nach Unabhängigkeit fiel in das 19. und 20. Jahrhundert. Am 18. November 1918 gelang es Lettland endlich, die Unabhängigkeit von Russland zu erreichen. Im Anschluss daran knüpfte Lettland zu vielen Ländern diplomatische Beziehungen. Dazu zählten beispielsweise Deutschland, Sowjetrussland, die USA und China. Somit sollte der Weg für ein politisch unabhängiges und wirtschaftlich starkes Lettland frei sein. Ein jähes Ende fand die Freiheit Lettlands bei einem Staatsstreich durch Kārlis Ulmanis. Er riss die Macht an sich und wandelte die bis dahin parlamentarische Demokratie in eine autoritäre Regierungsform um, dessen Oberhaupt er war.
Der 2.Weltkrieg und die Wiederherstellung des Landes
Im Zweiten Weltkrieg wurde Lettland zum Spielball der Kriegsmächte. Die Geschichte Lettlands verweist auf eine Besetzung durch die Sowjetunion und anschließend durch Deutschland. Die Letten arrangierten sich mit den Gegebenheiten und einige Einwohner gingen der jeweiligen Besatzungsmacht hilfreich zur Hand. Während der sowjetischen Besatzung wurden mit Hilfe von lettischen Kollaborateuren große Teile der Bevölkerung in Gulag-Lager deportiert. Unter den Deutschen halfen eben jene mit, die Deportation der jüdischen Bevölkerung Lettlands durchzuführen. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lettland wiederum von den Sowjets besetzt. Im Anschluss daran wurde Lettland als Lettische SSR in die Sowjetunion eingegliedert. Die Zugehörigkeit zur Sowjetunion dauerte bis zum 4. Mai 1990. Während dieser Zeit wurden viele Einwohner des Landes durch die Sowjets nach Zentralasien verschleppt. Lettland selbst wurde einer intensiven Russifizierung unterzogen. An jenem Tag im Mai 1990 schließlich beschloss der Oberste Rat der LSSR, die Unabhängigkeit Lettlands wieder herzustellen. Am 21. August 1991 konnte allerdings erst die Wiederherstellung des unabhängigen Lettlands vollzogen werden. Zu diesem Zeitpunkt stand der Zerfall der Sowjetunion fest. Das jüngste Ereignis der Geschichte Lettlands war der Beitritt zur Europäischen Union im Jahre 2004. Die Geschichte Lettlands ist äußerst interessant und vielschichtig. Viele Zeugnisse aus vergangenen Jahrhunderten können in Lettland immer noch bewundert werden. Besonders Riga mit seiner Zugehörigkeit zum UNESCO Weltkulturerbe ist ein absoluter Geheimtipp zum Wandeln auf den geschichtlichen Pfaden Lettlands.
Image: Uwe Landgraf – Fotolia