Lettlands Geographie ist in 4 Regionen unterteilt

Gepostet von am Jun 18, 2011 in Geographie

WeinbergeLettlands Geographie wurde nicht nur durch geographische, sondern ebenfalls durch historische Einflüsse geprägt. Grundsätzlich lässt sich geographisch erst einmal eine Einteilung Lettlands in vier Regionen vornehmen, die historischen Ursprungs sind. Im Westen liegt Kurland, welches auf lettisch den Namen Kurzeme trägt, im Nordosten befindet sich Livland – lettisch: Vidzeme -, im Südosten findet sich Lettgallen und zu guter Letzt wird das Gebiet zwischen Düne und der Grenze zu Lettland als Semgallen bezeichnet. Die eine oder andere Bezeichnung spielt in der Geschichte Lettlands eine große Rolle. So war beispielsweise der Semgallenhafen eines der wichtigsten Handelszentren des Baltikums im Mittelalter.

Lettlands Geographie rein erdkundlich betrachtet

Lässt man einmal die Unterteilung Lettlands Geographie in die historischen Gebiete außer Acht, präsentiert sich Lettland als Moränen-Hügelland mit viel Wald und Wasser. Außerdem gibt es eine lange Küstenebene, die aber wenig gegliedert ist. An Wasser hat Lettland neben der Ostsee mannigfaltige Seen und Flüsse zu bieten. Der größte See ist mit einer Fläche von 80,7 Quadratkilometern der Lubāns. Mit einer Tiefe von 65,1 Metern ist der Dridza-See der tiefste See in Lettland. Bei den Flüssen ist die Düna der Längste. Darauf folgt die Gauja, die den deutschen Namen Livländische Aa trägt. Die Hauptstadt Riga ist nicht nur kulturell, wirtschaftlich und politisch das Zentrum des Landes, sie liegt auch geographisch gesehen im Mittelpunkt.

Lettlands Geographie in Zahlen

Das Land umfasst eine Fläche von 64.589 Quadratkilometern. Im Größenvergleich zu Deutschland ist es damit etwa vergleichbar mit dem Bundesland Bayern. Im Nordosten stößt Lettland an Estland – die Grenzlinie beträgt 343 Kilometer-, im Osten ist auf einer Länge von 276 Kilometern die Grenze zu Russland, im Südosten liegt Weißrussland mit einer Grenzlinie von 161 Kilometern und im Süden zieht sich auf 588 Kilometern die Grenze zu Litauen. Im Norden und Westen befindet sich die Küstenlinie zur Ostsee. Insgesamt sind es 498 Kilometer, die an der Rigaer Bucht und der Ostsee entlangführen. Durchschnittlich liegt Lettland 87 m ü. NN. Etwa 120 Kilometer östlich von Riga befindet sich der höchste Berg Lettlands. Er hat eine Höhe von 311 m ü. NN und trägt den Namen Gaiziņkalns, zu deutsch Gaising. Von den 64.589 Quadratkilometern Gesamtfläche nehmen 2.543 Quadratkilometer Fläche Gewässer wie Flüsse, Seen und Stauseen ein. Von der verbleibenden Fläche unterliegen etwa 40 Prozent der agrarwirtschaftlichen Nutzung und rund 46 Prozent der forstwirtschaftlichen Nutzung. Die Ausdehnung Lettlands in die vier Himmelsrichtungen wird durch folgende Koordinaten beschrieben: 58°05′ nördlicher Breite im Norden, 55°40′ nördlicher Breite im Süden, 28°14′ östlicher Länge im Osten und 20°58′ östlicher Länge
im Westen. Insgesamt beträgt die Ost-West-Ausdehnung 450 Kilometer und die Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung 210 Kilometer.

Der Einfluss der politischen Macht auf Lettlands Geographie

Vor 1940 umfasste das Gebiet Lettlands ungefähr 1.300 Quadratkilometer mehr. Es handelte sich hierbei um die Region Neu-Lettgallen. Sie wurde aufgrund des Lettisch-Sowjetischen Friedensvertrages von 1920 Lettland zugesprochen. Ab 1940 gehörte das Gebiet wieder zur damaligen Sowjetunion. Nach deren Zerfall zählt die Region zur Region Pskow und gehört zu Russland. Weitere Namen von Neu-Lettgallen waren Abrehner Region und Pytalowo. Die letztere Bezeichnung ist in der Gegenwart wiederum die offizielle Bezeichnung dieses Gebietes.

Image: hendrik holler – Fotolia

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